Der internationale Kurs an der Universität für Weiterbildung Krems verband fachliche Grundlagen mit praktischen Fragen des Krisenmanagements. Er wurde in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Internationale Stabilisierungsaktivitäten, Verifikation und Rüstungskontrolle des österreichischen Verteidigungsministeriums sowie dem Amt für Kultur durchgeführt.
Vier Säulen, eine gemeinsame Herausforderung
Besonders greifbar wurde diese Aufgabe in der ganztägigen Abschlussübung "The Ancient Temple". In einem Katastrophenszenario mussten die Teilnehmenden das Zusammenspiel von vier zentralen Säulen koordinieren: Ziviladministration, Zivilschutz, Militär und Polizei beziehungsweise Exekutive. Neben den vorrangigen Aufgaben wie der Menschenrettung galt es, Möglichkeiten und Wege zu finden, betroffene Kulturgüter zu sichern, zu retten und zu schützen. Gefragt war nicht allein das Fachwissen der einzelnen Beteiligten, sondern die Fähigkeit, unterschiedliche Zuständigkeiten und Handlungsmöglichkeiten zu einem gemeinsamen Vorgehen zusammenzuführen. "Das vermittelte Knowhow kann in Krisensituationen direkt einbezogen und zum Schutz von Kulturgut eingebracht werden. Der Aspekt wird aufgrund anderer Prioritäten oft vernachlässigt oder vergessen, ist aber essenziell für die Krisenbewältigung und den gesellschaftlichen Wiederaufbau", berichtet Sarah Leib, Abteilungsleiterin der Archäologie im Amt für Kultur. Die Übung übersetzte damit den Leitgedanken des Kurses in eine konkrete Aufgabe: Kulturgüterschutz darf im Krisenmanagement nicht isoliert betrachtet werden.
Liechtenstein bringt Fachwissen und Aufbauarbeit ein
Der Fachbereich Kulturgüterschutz unterstützte die Konzeption und Organisation des Kurses und steuerte Inhalte zum allgemeinen Kulturgüterschutz bei. Darüber hinaus brachte er Informationen zum Ausbau des Kulturgüterschutzsystems in Liechtenstein ein.
Das Kursprogramm spannte den Bogen von rechtlichen Grundlagen über den Schutz von Kulturgut in bewaffneten Konflikten bis zur Zusammenarbeit mit Fachleuten und dem europäischen Katastrophenschutzmechanismus.
Über die Wissensvermittlung hinaus zielte der Kurs darauf ab, Menschen über Länder- und Institutionsgrenzen hinweg zu vernetzen. Die gemeinsame Arbeit am Katastrophenszenario setzte dafür einen praktischen Schwerpunkt: Zuständigkeiten verstehen, Handlungsmöglichkeiten abstimmen und den Schutz von Menschen und Kulturgut als gemeinsame Verantwortung angehen.
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